Die TRAVE-KIDS auf FLUSSSAFARI

von Prof. Dr. Dr. Time-Trave-ler

time-trave-lerDie Trave kann mit ihren 124 Kilometern Länge zu den größeren Fließgewässer in Schleswig-Holstein gezählt werden. Neben ihren sagen wir mal natürlichen Aufgaben stellt sie auch die Grenze zu Mecklenburg dar.

 In der frühen Geschichte Norddeutschlands war die Rolle der Trave als Grenzfluss von ungleich größerer Bedeutung, als es die heutige Funktion als Landesgrenze erahnen lässt. In den durch die Völkerwanderung leer gewordenen Raum stießen im 6. und 7. Jahrhundert slawische Stämme, die auf der Suche nach Siedlungsland waren. Dies führte zu einer Aufteilung des Landes, denn auch wenn manche Gebiete relativ leer waren, so lebten noch immer germanische Stämme dort. Sicherlich hat es immer wieder heftige Kämpfe zwischen Germanen und Slawen gegeben, immerhin galt es Interessengebiete abzustecken. Im Rahmen solcher Kriege wurde auch das damals noch zu Stormarn gehörende Hamburg von den Slawen erobert und niedergebrannt.

Irgendwann haben sich so die akzeptierten gegenseitigen Siedlungsräume herausgebildet. Getrennt wurden beide Volksgruppen durch eine Grenze. Im Westen dieser Grenze siedelten die germanischen Sachsen zu deren Volksstämmen auch die Sturmari zählten, also die Namensgeber für das spätere Stormarn, im Osten und Norden wiederum lebten nun die slawischen Obotriten.

Getrennt wurden beide Siedlungsräume vermutlich durch eine Art neutrale Zone, die in der Literatur als Limes Saxonia (lat. für sächsischer Grenzwall) bezeichnet wird. Die Trave wiederum war zusammen mit der Schwentine ein Teil dieser Grenzlinie. Anhand alter Ortsnamen wie z. B. Barnitz, kann man (zumindest ungefähr) erkennen, wo sich das slawische, wie in diesem Beispiel oder das sächsische Siedlungsgebiet befand. Durch spätere Unterwerfung der letzten slawischen Stämme durch sächsische bzw. mittlerweile deutsche Ritter (im 12. Jahrhundert) verlor diese Grenze an Bedeutung.

Doch auch in späterer Zeit behielt die Trave ihre Bedeutung, diesmal im Raum Lübeck, dort im Bereich des Mündungsdeltas der Trave hatte sich mit Lübeck ein wichtiger Handelshafen und Warenumschlagspunkt entwickelt. Auf die Geschicke der Hanse soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden, es soll nur Erwähnung finden, dass der Fluss nun in das mittelalterliche System der Stadtbefestigung miteinbezogen wurde. In der Blütezeit der Hanse im 14. und 15. Jahrhundert, war die Trave mit ihrem wichtigen Lübecker Hafen weniger ein trennendes als vielmehr ein verbindendes Gewässer. Doch wie so viele Gewässer hat man auch die Trave als Energiequelle genutzt, zahlreiche Wassermühlen im Bereich der Städte wie Oldesloe, Reinfeld oder Lübeck, nutzten nun die Kraft der Trave um ihre Mühlräder anzutreiben.

Doch noch einmal sollte die Trave als trennendes Element in Erscheinung treten. Durch die deutsche Teilung wurde sie als Grenzfluss zu Mecklenburg zugleich auch zur Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und somit Teil der fast 1400 km langen innerdeutschen Grenze, deren Öffnung am 9. November 1989 das Ende der DDR einläutete. Am 12. November vor 25 Jahren öffnete sich die Grenze auch hier bei uns zwischen Holstein und Mecklenburg.

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